“Happy Food” – das Glück beginnt im Darm

Neues Jahr, neues Glück, neue Vorsätze. Für viele spielt sicherlich gerade jetzt wieder Sport, Abnehmen, gesunde Ernährung eine große Rolle – zumindest ist gerade jetzt der Wunsch nach mehr Gesundheit riesig… bis der innere Schweinehund sich wieder durchsetzt und alle Vorsätze bis zum nächsten Jahr hinfällig sind. Und dazu kann ich nur sagen, sicherlich kann eine neue Jahreszahl ein visuelles Mittel sein, um etwas Neues zu starten, aber beinahe jeder weiß, dass Vorsätze nun wirklich nur in den seltensten Fällen zu Langzeiterfolgen führen. Aber (und jetzt kommt’s, ganz unabhängig vom Tag) mit der Ernährung und verschiedensten daraus resultierenden (Befindlichkeits-)Störungen sollte man sich heutzutage einfach häufiger beschäftigen. Ein Rundumsorglospaket habe ich zwar jetzt nicht im Angebot, aber bereits ein weiteres Ratgeberhighlight in Sachen Nahrungsmittel, Gesundheit und vor allem auch Verständnis was Ernährung mit Depressionen, Emotionen und Co zutun hat.

 

“Es gibt natürlich noch andere Ursachen, die ererbt oder erlebt wurden, aber die Epidemie zunehmender psychischer Erkrankungen folgt dem westlichen Lebensstil mit Junkfood, Stress und zu wenig physischer Aktivität”

 

Ein jeder, der mich kennt, weiß, dass ich Antiddepressiva und Co recht kritisch gegenüber stehe. Durch zahlreiche Gespräche, komische Therapien und was es nicht alles gibt, habe ich meine eigene Krankengeschichte und mich daher vielseitig mit verschiedensten Möglichkeiten auseinandergesetzt. Am Ende kam ich allerdings immer wieder zur Erkenntnis, dass unsere heutige Ernährung den größten Einfluss auf uns hat, zurück. In uns leben zahlreiche Bakterien, sei es auf der Haut, in den Schleimhäuten, im Darm und überall gibt es gute und schlechte Gesellen. Fördern wir die Guten mit den richtigen Lebensmitteln, Bewegung, keiner übermäßigen Desinfektion und und und kann man glücklicher leben, hat weniger Problemchen hier und da und auch generell sind wir dadurch für die nervliche Belastung und dem stets großen Aufmerksamkeitsdrang unseres Umfelds gut gewappnet. Allerdings hat sich im Laufe der Zeit viel zum Negativen gewandelt… Pflanzen werden immer weiter gezüchtet (teilweise gar überzüchtet) um sie resistenter gegen Parasiten und ertragreicher zu machen. Bestes Beispiel: der Weizen. Urweizen bzw. Urgetreide hat viel weniger Gluten als der heute bekannte. Früher wurde auch das Mehl noch nicht so fein gemahlen, sodass auch die Bakterien im Darm von den Fasern des Getreides profitierten.
Heutzutage wird in fast jedes verarbeitete Lebensmittel Zucker gemischt, damit wir mehr davon essen wollen und es besser schmeckt. Eigentlich wurde der Mensch so hinerzogen, sodass alles was Zucker enthält, für uns und unser Empfinden, das tollste Produkt der Welt ist. Und selbst wenn kein raffinierter Zucker enthalten ist (was zwar schon ein Fortschritt ist), gibt es zahlreiche Ersatzstoffe pflanzlicher und chemischer Natur, die dann beim Süßen nachhelfen. Und natürlich hängt alles miteinander zusammen. Durch die ganzen komischen Stoffe, fördern wir gerade die schlechten Darmbakterien und verdrängen die Guten. Völker fernab der Zivilisation, quasi die Urvölker haben tausende Darmbakterienstämme mehr, als die Menschen in den Industrieländern und gerade hier sind aktuell die psychischen Erkrankungen besonders hoch. Ich würde nun gerne sagen:”Rettung naht”, aber bis die Auswirkungen des heutigen Lebensstandards erforscht sind und alles wissenschaftlich belegt ist und sinnvoll behandelt wird, ohne weitere Nebenwirkungen… Nah, daran glaube ich nicht. Dafür ist die Wirtschaft und auch die Pharmaindustrie viel zu stark und daher wird gerade die sinnvollere Forschung eher zurückgehalten, da diese kaum Profit einbringt. Somit ist es Zeit, dass man sich selbst mit dem was man in sich reinstopft beschäftigt. Für beinahe alles mögliche ist ein Kraut gewachsen und alle essentiellen, lebensnotwendigen Elemente findet man in der Natur. Allerdings so wenig industriell verarbeitet ist hier das Stichwort!

 

 

Nun ja, soviel dazu. Nun zu meiner eigentlichen Buchempfehlung. Der Ratgeber “Happy Food – Warum Mangold vor Depressionen schützt und Walnüsse schlau machen” stammt ursprünglich aus Schweden (komischerweise kann so ein Buch auch nur aus solch einem glücklichen Land stammen) und dort sind Niklas Ekstadt und Henrik Ennart sicherlich vielen ein Begriff. Denn hej, einer der bekanntesten Sterneköche Schwedens und ein renommierter Wissenschaftsjournalist haben sich nämlich mit den neusten Erkenntnissen auseinandergesetzt, gehen auf zahlreihe Superfoods ein, erklären die Abläufe und Zusammenhänge des Essens mit dem Bauch/Darm/Kopf, liefern wirklich tolle Rezepte und Hinweise und das finde ich in diesem Fall ganz toll: die erste Antidepressionsdiät. Bei Menschen mit Depressionen lassen sich nämlich fast immer Entzündungsmarker im Blut feststellen. Und gerade deshalb ist es so wichtig, dass Betroffene umso mehr auf ihre Ernährung achten, denn Entzündungen im Körper haben Einfluss auf unsere Psyche, auf unser Wohlbefinden und sind gleichzeitig mögliche Herde und Einlasstüren neuer Erkrankungen. Aber nicht nur für Betroffene ist dies ein wichtiger Faktor, der beseitigt werden sollte, denn Entzündungen entstehen oft auch unbemerkt und machen sich dann z.B. durch so Symptome wie Müdigkeit und Abgeschlagenheit bemerkbar. Ziel sollte es daher immer sein, dass unsere Darmflora so vielfältig wie nur möglich ist, denn nur so wäre auch die Grundlage für unsere Gesundheit auf lange Sicht gegeben.

 

“Neue Erkenntnisse zeigen, dass die Darmbakterien nicht nur an der Steuerung von Körpergewicht, chronischen Darmerkrankungen, Diabetes, Gefäßerkrankungen, Parkinson, Alzheimer, Angst, Depressionen und Autismus beteiligt sind. Sie haben auch einen Einfluss darauf, wie wir uns fühlen und wie munter und beweglich wir im Alltag sind. Zudem tragen sie zur Formung unserer Persönlichkeit bei.”

 

Wenn es nicht so ein wichtiges Thema wäre, könnte ich verstehen, wenn nun jemand sagen würde: “Ach, nerv mich nicht mit dieser gesunden Ernährung. Ich esse eben was mir gefällt und worauf ich Lust habe, egal ob gesund oder nicht.” Und wahrscheinlich würde ich dieses Buch auch eher wie meinen persönlichen Schatz im Bücherregal behandeln, aber die richtige Ernährung ist essentiell für alles. Ich habe mir früher selbst nichts gutes getan und habe noch immer mit den Folgen zu kämpfen und ihr müsst dieses Spiel ganz sicher nicht auch noch durchmachen.
Ich gebe zu, ich bin nun etwas abgedriftet und irgendwie ist es nun großteils schon eher eine persönliche Herzensangelegenheit, statt eine bis ins Detail ausgeklügelte Rezension, aber dieses Buch sollte wirklich jeder besitzen, studieren, als seine Fibel in Sachen Ernährung benutzen. Niklas Ekstedt und Henrik Ennart geben hier in dem wirklich sehr schön gestalteten Buch sehr viel Wissen und Tipps weiter, die man sonst kaum in so einer klugen, gebündelten Form findet. Auch ich habe, obwohl ich schon wahnsinnig viel aus diesem Bereich weiß, zahlreiche neue Impulse und Anregungen für mich gefunden. Wir können eigentlich mit sehr wenigen Mitteln unseren Darm und unser Wohlbefinden in den Griff bekommen. Die ganze Pharmaindustrie hat zwar auch hier und da ein paar teure Mittelchen, doch eigentlich kann die Natur vieles mit so ein paar Anregungen auch ganz alleine. Faserstoffe helfen! Die richtigen Verbindungen mit Spurenelementen, Vitaminen und Co noch viel mehr! Heil-/Intervallfasten wäre zwar nun auch etwas, dass man nicht ganz außer Acht lassen sollte, aber dazu erzähle ich vielleicht noch einmal an anderer Stelle was.

 

 

Die Darmflora ändert sich bereits innerhalb von 24 Stunden. Das muss man sich erstmal durch den Kopf gehen lassen. An nur einem Tag, können wir quasi durch eine bessere, ausgewogene Ernährung Einfluss auf unseren ganzen Körper nehmen. Und mit jedem weiteren Tag, gehen wir dann Schritt für Schritt in die richtige Richtung. Na, das wäre doch mal ein toller Plan oder nicht? “Glück beginnt im Darm” und wir sind somit auch die Hauptverantwortlichen dafür. Und gerade deswegen bedarf ein jeder mehr Bewusstsein für das was er da tagtäglich zu sich nimmt oder eben nicht. “Happy Food” enthält keine Wunder, aber gesundheitliche Wunder sind dennoch möglich.

 

Niklas Ekstedt & Henrik Ennart
“Happy Food – Warum Mangold vor Depressionen schützt und Walnüsse schlau machen”
Aus dem Schwedischen.
südwest.
240 Seiten. 22 Euro. Hardcover.
//Leseexemplar. 

 

//An dieser Stelle muss ich noch einmal darauf hinweisen: Ich bin kein Arzt, noch habe ich ein tiefgründig strukturiertes Ökotrophologie-/Medizinstudium abgeschlossen. Meine Erkenntnisse und Urteile beruhen einzig auf meinen persönlichen Erfahrungen! Unsere Ernährung spielt eine große Rolle und sollte bei einzelnen Erkrankungen immer mit ‘behandelt’ werden, denn hier liegen zahlreiche Ursachen für aktuelle Probleme, dennoch kann dies oftmals nur begleitend zur (fach-)ärztlichen Therapie erfolgen.

 

Da ich auch schon verschiedene großartige Ratgeber aus diesem Bereich vorgestellt habe möchte ich euch an dieser Stelle auch noch einmal eine grobe, differenzierte Übersicht geben:

 

“Happy Food – Warum Mangold vor Depressionen schützt und Walnüsse schlau machen”
ist ein Ratgeber der vieles kurz und knapp erklärt und fachlich sehr auf dem aktuellen Forschungsstand beruht. Themen wie Darmbakterien, Entzündungen, Stress, Superfood, Happy Booster, Rezepte… werden aufgegriffen. Somit ist es ein super Buch für einen allgemeinen Überblick oder Ergänzung zu Fachliteratur.

 

“Schlau/Schön/Schlank mit Darm” ist eine Reihe, die gezielter auf die jeweiligen Bakterien unserer Darmflora eingeht und einen tieferen Einblick in das Zusammenspiel von Darm, Bakterien und Haut, Gewicht, Haare… gibt. So wird der Einfluss einzelner Bakteriengruppen der Darmflora unter die Lupe genommen, der Funktion des Darms erklärt und einige nützliche Rezepte vorgestellt.

 

“Bauch über Kopf” – ein Ratgeber, der dann noch einmal die Zusammenhänge von depressiven Verstimmungen und Erschöpfungen mit der Ernährung in Verbindung bringt. Das grobe Thema ist hier quasi das gleiche, Stefanie Wilhelm konzentriert sich allerdings mehr auf einzelne Tipps und Tricks für den Alltag, wann und wo Bio besser ist, enthält eine leicht verständliche Funktions’beschreibung’… (also ich finde dieses Buch wäre eine super Ergänzung)

 

“Für immer zuckerfrei” konzentriert sich, wie der Titel schon verrät auf den Einfluss von Zucker und wie man der Zuckerfalle umgeht.

 

“Warum Gedanken stärker sind als Medizin” enthält dann viel Wissenswertes über die Selbstheilungskräfte, Stress und den generellen Umgang. Quasi ohne Essen, aber mit fundiertem Wissen über das was der Körper selbst schafft.

 

Hab’ ich jetzt irgendwas vergessen? Ja? Fragen und Anregungen immer wieder gerne als Nachricht oder über die sozialen Plattformen an mich!

9. Januar 2019

1 Comment

  • Reply sommerlese 16. Januar 2019 at 16:31

    Diesen Ratgeber finde ich auch sehr aufschlussreich. Allerdings bekommt man reichlich Wissen vorgebetet, das muss erst mal “verdaut” werden. Ich stürze mich mal auf die gesunden Lebensmittel.

    lg Barbara

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